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Helga Bansch

 

   

Lehrerin und Künstlerin -
Die Malerin und Bilderbuchillustratorin Helga Bansch

Gemalt und gezeichnet hat sie, so weit sie sich zurück erinnern kann, schon immer.
Bereits in ihren Kindertagen entstanden erste „Bilderbücher“: Geschichten, die sich das Mädchen ausdachte, manifestierten sich im Kopf als Bilder, die eines nach dem anderen auf die Blätter eines Zeichenblocks gemalt wurden.
Sowohl künstlerische Arbeit als auch der Umgang mit Kindern spielen seit je her eine tragende Rolle im Leben dieser Frau, die 1957 in Leoben geboren wurde.
Nach der Matura hatte Helga Bansch zwar den Wunsch, die Kunstakademie zu absolvieren, entschied sich aber letztendlich für den Besuch der Pädagogischen Akademie in Graz.
Sie ergriff den Beruf einer Volksschullehrerin und unterrichtet seit 1976 an der Volksschule Weixelbaum im Bezirk Radkersburg.
Da lebt sie auch, in der Ortschaft Helfbrunn, in einem alten, liebevoll restaurierten Bauernhaus. Ringsherum viel unberührte Natur und eine nahezu kontemplative Stille.
Hier ist der Ort, an dem die Werke der Künstlerin entstehen: im von Licht durchfluteten Atelier im Dachgeschoss ihres Hauses.
Helga Bansch arbeitet etwa drei Monate an einem Bilderbuch. Während dieser Zeit vermeidet sie jede größere Ablenkung, bleibt bei sich und ihren Bildern. Auf diese Weise kann jene Kontinuität und Ganzheit entstehen, die sich in den Bilderfolgen der von ihr illustrierten Bücher zeigt. Abwechslungsreich gestaltete Seiten, mit vielen kleinen Einzelheiten versehen, wecken die Neugier und regen zum Schauen an. Trotz dieser Vielfalt sind ihre Werke wie „aus einem Guss“.
In ihrer künstlerischen Arbeit sieht sie sich keinem Leistungsdruck oder Zwang unterworfen. Für Helga Bansch stehen die Lust und die Freude am Malen sowie der künstlerische Anspruch im Vordergrund.
Dies gilt sowohl für ihre freien Arbeiten als auch für die Illustrationen.
Ihre Bilder malt sie nur zu jenen Texten, die sie ansprechen, ihr für ihre Arbeit genügend Freiraum geben und ihr viele Möglichkeiten der Gestaltung offen lassen. Auch humorvoll sollen sie sein. Die Texte des bekannten österreichischen Autors Heinz Janisch erfüllen diese Voraussetzungen.
Die Künstlerin findet spontan Zugang zu der ihr innewohnenden Bilderwelt, manchmal auch beim Laufen, das neben dem Lesen zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gehört.
Während ihre Kunstwerke entstehen, hat Helga Bansch junge Lehrmeister und treffsichere Kritiker an ihrer Seite: ihre Schülerinnen und Schüler. Auch sie malen mit echter Begeisterung, und was sie dabei wahrnehmen und zustande bringen, ist für die Künstlerin sehr wichtig und manchmal unglaublich. Mutig und ehrlich in ihren Äußerungen, achten sie auf jedes kleine Detail. Sie sind humorvoll und bisweilen von einer absurden Genialität. Diese Art von „Kindlichkeit“ möchte die Lehrerin auch für sich bewahren.
In dieser Atmosphäre entstehen jene Werke, die in der österreichischen Bilderbuchlandschaft außerordentliche Beachtung finden:

„Zack bumm!“(Jungbrunnen, 2000). So lautet der Titel des ersten gemeinsamen Bilderbuches des Duos Janisch/Bansch.
Als der Vogel aus dem Nest fiel, machte es „Zack bumm!“ Seither ist der Vogel traurig und ein wenig anders als die anderen. Ein alter Hase hilft ihm, wieder fröhlich zu sein.

Für dieses Buch erhielten der Autor Heinz Janisch und die bis dahin als Illustratorin unbekannte Helga Bansch den österreichischen Kinder – und Jugendbuchpreis 2000 und den Illustrationspreis der Stadt Wien.


Im Jahr darauf erschien von Heinz Janisch und Helga Bansch ein zweites Buch, das sehr großen Anklang fand: „Es gibt so Tage“ (Jungbrunnen, 2001, 2. Auflage 2002).
Es gibt Tage, da schweben wir über dem Boden, an anderen Tagen fehlt uns der Durchblick, manchmal sind wir ein bisschen verrückt, und manchmal möchten wir uns anlehnen...

Auch dieses Buch erhielt den Kinder – und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 2001 und fand Aufnahme auf der Ehrenliste zum Österreichischen Kinder – und Jugendbuchpreis 2001.


„Zu Haus“ (Jungbrunnen, 2002) nennt sich das in diesem Herbst neu erschienene Buch: Zwischen einer Henne und einer Ratte entspinnt sich eine Liebesgeschichte... Die Henne befindet sich in ihren Gedanken immer wieder an anderen Orten, die ihr Heimat sein könnten. Schließlich aber erkennen beide: „Zu Haus bin ich immer bei dir...“

Ein viertes Buch ist bereits in Arbeit und wird den Titel „Bärenhunger“ tragen.
Helga Banschs Schülerinnen und Schüler lassen ihre „bärenstarke“ Phantasie dabei mitspielen.

Es sind Alltagsgeschichten, die, künstlerisch hervorragend gestaltet, an den Leser und Betrachter herangetragen werden. An sich vertraute Situationen heben sich aus der Alltäglichkeit heraus, werden zu etwas Besonderem, bleiben aber zugleich in einer Wirklichkeit, die den Einzelnen existentiell berührt.
Warme, satte, großflächig aufgetragene Farben schaffen eine eigene Atmosphäre. Das Leben, von dem Bild und Text erzählen, ist nicht frei von Schwierigkeiten und Nöten, dennoch ist es ein geglücktes.

Die Werke der Künstlerin Helga Bansch, auch große Bilder- Acryl auf Leinwand - waren und sind in diversen Ausstellungen zu bewundern und erhalten viel Anerkennung:
2001
Graz – Katholische Hochschulgemeinde
Steyr – Galerie Steyrdorf

2002
Wetzawinkel (Gleisdorf) – Kinderbuchsymposion
Wien – Künstlerhaus
Wien – Design Austria
Graz - Bücherstube
Bruneck (Südtirol)
Bologna – Illustrators Exhibition
Wanderausstellung in großen japanischen Städten

Lesungen und Workshops mit der Lehrerin und Künstlerin Helga Bansch werden in Schulen und bei verschiedenen Veranstaltungen mit großer Begeisterung angenommen.