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Glaubenskraft: Credo, ergo sum?
Ohne eine Grundorientierung wäre ein Mensch haltlos und nicht überlebensfähig.
Das Bedürfnis des Menschen, sich an etwas festzumachen, an einer Hoffnung, einem bestimmten Welt- oder Gottesbild, bildet die Grundlage des Phänomens Glaube. Rein persönliche Dinge, die eigene Kraft, eine soziale Beziehung können ebenso zum Objekt des Glaubens werden wie Wertegemeinschaften, Religionen oder Weltprinzipien.
Glaube kann Berge versetzen
"Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt, seine Kraft verzehnfachen", äußert sich Gustave Le Bon in seiner 'Psychologie der Massen'.
Glaube kann dem Menschen ermöglichen, ungeheures Leid ertragen und ungeheure Leistungen erbringen, sei es für Gott oder dessen Propheten, für König oder Vaterland, für seine Sekte oder Weltanschauung.
Das letzte Wort
In der Universitätsklinik Bonn lag ein ernster, frommer Mann auf dem
Operationstisch und wartete darauf, dass man ihm die Zunge herausschneide,
die an Krebs erkrankt war. Der Arzt eröffnete ihm: "Wenn Sie noch etwas
sagen möchten, dann tun Sie es bitte jetzt, denn nach der Operation werden
Sie nicht mehr sprechen können."
Der junge Mann besann sich einen Augenblick und sagte dann laut und
deutlich: "Gelobt sei Jesus Christus!"
Der Placebo-Effekt sitzt im Kopf
Ein besonderes Phänomen im Zusammenhang mit Glauben und Vertrauen ist in der Medizin als Placebo-Effekt bekannt. Unter Placebo versteht man einen pharmakologisch unwirksamen Stoff wie Zucker, der anstelle eines aktiven Arzneimittels eingesetzt wird. Die Erwartungshaltung des Patienten und das Vertrauen darauf kann die Zuckerpille hoch wirksam machen.
Bisher ist wenig darüber bekannt, auf welche Mechanismen diese Wirkung zurückzuführen ist. Einer Theorie zufolge löst der Glaube des Patienten, geheilt zu werden, die Ausschüttung bestimmter chemischer Stoffe im Gehirn aus.
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